| 21.03.2026, 16:16 Uhr | | Übersicht | Druckansicht |
| Die Generation über 60 ist so vielfältig wie unsere Gesellschaft. Senior:innenvertreter Frank-Axel Dietrich sprach mit Elke R. -Gründungsmitglied der Stadtteilgruppe „Omas gegen Rechts“ in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf. Als Senior:innenvertretung interessiert uns natürlich besonders, warum die Oma gegen Rechts ist? War die Mutter oder Tochter noch dafür? Elke R.: Die Überzeugung der Mutter kann eine bedeutende Rolle spielen, entweder als Zustimmung oder als Abgrenzung. Meine Mutter hat sich nie um Politik gekümmert und gesellschaftliche Entwicklungen nicht verfolgt. Sie war dann ganz überrascht und enttäuscht, dass „Hitler den Krieg verloren hat.“ Mein politisches Engagement, nicht erst im fortgeschrittenen Alter, hat sicher damit zu tun, dass ich so nicht durchs Leben gehen möchte. Ich sehe es als Aufgabe, die erreichten demokratischen Errungenschaften nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder und Enkelkinder zu erhalten.
Elke R.: „Omas gegen Rechts“ stehen für Grund- und Menschenrechte, für die Unantastbarkeit der Menschenwürde, sowohl im Sinne des Grundgesetzes als auch im Sinne internationaler Verträge und Übereinkommen. Diese Grundwerte werden von extrem rechten Parteien zunehmend in Frage gestellt. Das rechte Denken beginnt mit der Vorstellung, man sei die einzig wahre Stimme des Volkes. Wenn sich dieses antipluralistische Denken offen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung und dort insbesondere gegen das Prinzip der Menschenwürde in Artikel 1 richtet, ist die Grenze zum Rechtsextremismus überschritten. Genau deshalb schaut der Verfassungsschutz bei der AfD auch so genau hin. Solchen Entwicklungen treten wir in Deutschland entgegen.
Wenn sich eine Seniorin über 60 bei Ihnen engagieren will: Reicht es gegen rechts zu sein oder wird nicht eigentlich eine linke Einstellung erwartet? Müsste ein Enkelkind nachgewiesen werden? Elke R.: Demokratie ist kein linkes Projekt, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, bei der es darum geht, wie wir friedlich zusammenleben wollen und wie wir das Zusammenleben verbessern können. Die Omas (und Opas) leben den politischen Pluralismus; es sind von ganz links bis konservativ alle Einstellungen vertreten. Unsere Stadtteilgruppen sind offen für alle Frauen (und Männer), die sich gegen Rechtsextremismus engagieren wollen. Eine Mehrheit ist tatsächlich auch biologisch Oma oder Opa, aber ein Nachweis von Enkeln ist nicht notwendig. Sie arbeiten in der Stadtteilgruppe Charlottenburg-Wilmersdorf der „Omas gegen Rechts“. Was macht die gerade? Elke R.: Wir arbeiten gerade verschiedene Aktionsformen aus, um im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2026 Aufklärungsarbeit auf der Straße zu leisten. Dazu gehören Informationsstände und kreative Aktionen, die zum Dialog über unsere Demokratie - und warum sie verteidigt werden muss - einladen. Kontakt: stadtteilgruppe-cha-wi@omasgegenrechts.berlin |
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